Frühlings Gewürze und ihre Heilkraft Teil 3: Chili

Ich stelle dir drei ayurvedische Gewürze passend zum Frühling vor. Zu dieser Jahreszeit ist das Kapha Dosha mit seinen Eigenschaften schwer, langsam, trüb und schleimend vorrangig. Mit ausgewählten Nahrungsmitteln und Gewürzen kannst du hier Abhilfe schaffen damit das Kapha nicht zu stark überwiegt. In Teil 1 hast du schon vieles über Cardamon erfahren und in Teil 2 über Ingwer. Heute stelle ich dir ein weiteres Gewürz vor, dass besonders zum Frühling perfekt passt: Chili.

Woher kommt der Chili?

Wusstest du das es um die 3000 Chili Sorten gibt? Vor allem in der indischen Küche wird viel mit Chili gekocht, jedoch kommt er ursprünglich nicht aus Indien. Die Portugiesen brachten ihn gegen Ende des 15. Jahrhunderts dort hin. Der Chili wurde von Christoph Kolumbus in Amerika entdeckt und dieser brachte es zunächst nach Spanien und wurde dann in der ganzen Welt verbreitet. Besonders in Asien, Afrika, in der Karibik und Mittelamerika ist Chili eine der Zutaten die bei den meisten Gerichten nicht fehlen darf.

Heilkraft und Wirkung des Chilis

Scharfe Gewürze gelten als anregend, aphrodisierend und gewichtsreduzierend.

Ayurvedisch gesehen wirkt Chili erhitzend, scharf und hat die Eigenschaften trocken, leicht und spitz. Die Wirkung erhöht das Pitta Dosha und sollte von Pitta Typen und im Sommer bei sehr warmen Temperaturen gemieden werden. Das Vata kann mit einer geringen Menge Chili gesenkt werden, allerdings sorgt es bei einer höheren Menge zu einer Vata Erhöhung und bringt Vata Typen aus ihrer Balance. Für Kapha Typen ist Chili ideal. Es ist wichtig, dass du Chili verträgst wenn du es zu dir nimmst. Auch wenn du ein Kapha Typ bist kann es sein, dass dir die Schärfe nicht bekommt, weil du vielleicht ein sensiblen Magen hast oder eine Mischkonstitution bist.

Nährstoffe des Chilis

Chili ist durch den Wirkstoff Capsaicin so scharf und regt die Wärmeproduktion im Körper an. Durch diesen Anstieg der Temparatur bildet der Organismus Schweiß auf der Haut, durch den der Körper gekühlt wird, wenn es verdunstet. Die Energie die dabei im Körper entsteht wird aus der Verbrennung von Fett erzeugt.

Chilischoten haben eine sehr große Menge an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. Diese schützen den Körper vor schädlichen Auswirkungen freier Radikale, die bei Stress erzeugt werden und verschiedene Krankheiten auslösen können. Es sind besonders die Vitamine C, B6 und A enthalten.

Wirkung des Chilis

Stoffwechsel und Gewichtsreduktion

Chili ist besonders unterstützend für den Stoffwechsel. Die Fettverbrennung wird stark angekurbelt und eine Gewichtsabnahme unterstützt. Fettzellen werden stärker reduziert und die Bildung neuer Fettzellen werden vorgebeugt. Das Agni (Verdauungsfeuer) wird angeregt und Ama, die Schlackenstoffe werden verbrannt.

Verdauung 

Wenn du eine eher träge Verdauung hast, hilft dir Chili. Aber Vorsicht bei zu viel davon, es kann sein, dass du dann zu Durchfall neigst. Achte immer auf die Menge! Die scharfen Schoten helfen laut Studien sogar bei Magengeschwüren. Die Schleimbildung und die Durchblutung werden in der Magenschleimhaut angeregt und so können Magengeschwüre besser heilen und vorgebeugt werden. Allerdings rät der Ayurveda bei Magengeschwüren davon ab. Hier gibt es wohl geteilte Meinungen.

Weitere Heilkräfte des Chilis

Chili lindert Schmerzen bei Arthrose, erhöht die Gelenkflüssigkeit und beugt den Abbau von Knorpelgewebe vor.

Chili für`s Herz. Menschen die regelmäßig Chili essen leiden seltener unter Herz – Kreislauf – Erkrankungen. Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herzrhythmusstörungen werden vorgebeugt. Die Herzfrequenz wird gesenkt und der Ruhepuls ist niedriger.

Chili ist antibakteriell, kräftigt das Immunsystem, senkt das Krebsrisiko und hilft bei Diabetes.

Chili in der Küche

Je kleiner und roter eine Chilischote ist, desto schärfer ist sie. Um die Schärfe etwas zu mildern gibt es ein paar Tricks. Die meiste Schärfe ist in den Samen, in den Schneidewänden und im Stiel. Schneide den Stiel ab, schneide die Schote längs auf, schabe die Samen mit einem Messer raus. Mache das am besten unter fließendem Wasser. Wenn du getrocknete Chilischoten hast, weiche sie ca. 20 Minuten ein und verarbeite sie dann erst weiter. Möchtest du nicht so viel Chili Aroma in deinem Gericht haben, kannst du eine Schote in dein Gericht geben und es vor dem essen wieder raus nehmen. Dann besteht auch nicht die Gefahr rein zu beißen.

Das Capsaicin im Chili ist fettlöslich, aber nicht wasserlöslich. Wenn du doch ein wenig zu viel Schärfe im Mund verspürst, bringt es nichts ein Glas Wasser oder ähnliches zu trinken. Die Schärfe verbreitet sich noch mehr im Mund. Statt dessen kannst du ein Stück Brot oder was anderes trockenes essen um die Schärfe zu mildern. Milch und Joghurt funktionieren auch gut.